Nachlese (n)

Unsere Fasnachtsnachlese 2021

Wie immer nach Aschermittwoch stellen wir auch zu Corona-Zeiten eine kleine persönliche Betrachtung der vergangenen Fasnacht an.  

Während der ganzen „Haupt-Fasnachtswoche“ herrschte „Kaiser-Wetter“ (blauer Himmel, Sonne pur), aber eisige Kälte. Am Dienstag war es dann schon milder – und bei null Wind wäre das perfekte Verbrennungs-Wetter gewesen. Der Vorteil in diesem Jahr war, dass sich die Trauer am Dienstagabend doch ziemlich in Grenzen gehalten hat. Und das nicht nur bei uns… So ließ sich der scheidende Blätzle-Scheff Andreas Kaltenbach bei der „On-Air-Verbrennung“ vernehmen: „Etwas zu beenden, was noch nie angefangen hat, ist schwierig. Fast freue ich mich, dass das Ende der nicht vorhandenen Fasnacht gefeiert werden kann.“

Auch Norbert Heizmann deklamierte bei derselben Veranstaltung: „Liebe Trauerer und Trauerinnen – die Fasnacht schleicht sich heut‘ von hinnen, doch kaa sie dies‘ Johr gar it goh, denn sie war überhaupt it do.…Anstatt zum Lache und zum Tanze, warsch uff‘m Sofa mit Deim Ranze.“

Positiv konnten die Münsterhexen (die wie Viele eine corona-konform produzierte Verbrennung ins Netz gestellt haben) in ihrem Rückblick der diesjährigen Fasnacht verbuchen, dass einfach ALLE beim Sonntags-Umzug die Nummer 1 gewesen sind 😊

Umzüge waren ebenfalls digital zu bewundern – beispielsweise auf der Plattform HoNarroDehom (danke an der Stelle für das tolle Projekt mit dem „Raum“ für Filme und Bilder, mit den tollen Fahnen, Pins und Spielen!). Vom Butzelauf dehom mit Socken-Klepperle und Ordner auf dem Wohnzimmer-Parkett über Familien-Sonntags-Umzüge in- und outdoor und einigen Lego-Installationen gab es auch Hemdglonker-Umzüge „ums Haus“.

Ihr „HoNarroDehom“ haben unzählige Gruppen auf besagter Plattform gezeigt – und so ist doch eine Art Miteinander entstanden. Das Gefühl, die Anderen denken wie man selbst täglich daran, was nun normalerweise anstehen würde, hat wohl allen gut getan. Man teilte den persönlichen kreativen „Fasnachts-Ersatz“ und hatte so doch ein bisschen Spaß.

Für jeden Tag fand sich was Lustiges – sogar für Freitag gab es ein „Mäschgerle on Ice“ – eine Hafnerhexe, auf „Natur-Eis“ am Hafner schlitternd. Am Samstag gedachten Viele dem normalerweise bunten Markttreiben mit Erinnerungs-Fotos von besseren Jahren – zum Beispiel „unsere Jokele“ – und am Montag konnte man manch‘ verlockend aussehenden „SpeckEsseDehom“-Tisch bewundern. So etwa bei den Fenschderguggern, die nicht nur das „artgerecht“ dekorierte „Dehom“ über die ganze Fasnacht hinweg fotogen in Szene gesetzt haben, sondern auch die Sonne in ihrem fasnächtlichen Garten, wo sie mit der aufwändig gestalteten Verbrennung schließlich den „Rahmen gesprengt“ haben…

Die Niederbürgler-Jokele haben die Zeit genutzt, Ihre eigene Homepage an den Start zu bringen…

„Glonki“ begleitete uns täglich (auch wenn wir schon 19 sind 😉) und „Das Spiel“ für ältere Semester und höhere Android-Versionen haben wir ebenfalls gemeistert…

Was wir vor allem herzerfrischend fanden, waren das Würschtle-Schnappen in der „K-Schtroß am Eck“ und den Mecki-Film, der die „ganze Fasnacht in drei Minuten“ gezeigt hat (vom Butzelauf bis zur Verbrennung) – mit der abschließenden Erkenntnis: „Die Fasnet hat nur Schlaf“. Der Fasnachts-Kisten-Film war klasse („Luftschlang‘ a de Lampe, Konfetti im Klo“) und auch der „kleine Laternentanz“ mit den Blätzle-Puppen etwas ganz Besonderes.

Am SchmoDo war natürlich am meisten los. Beispielsweise gab es die Challenge des FZ-Kamelia. Unser absoluter Favorit: Des „Kult-Blätz“ hochnärrische Lyrik: „Kameler, Maultäschle und Fasnacht, des reimt sich einfach it, aber wenn ich’s schreie uff die Gass, denn schreiet’s alle mit.“

Narreschprüchle mit „volle-Gosch“ haben einige Kandidaten ganz toll performed (so etwa für die Niederburg Achim Schien gleich zwei Mal mit jeweils fasnachtsgerechter „Füllung“ – und der künftige Kameler-Präsi im ansprechenden Herren-Häs), aber sowohl das Brezele-Mampfen des noch amtierenden Blätzle-Scheffs als auch das Gurgeln des „Kult-Blätz“ hatten eine spezielle Note.

All‘ das gab der Behauptung von Jörg-Peter Rau am SchmoDo auf der leeren Marktstätte recht:

„Fasnacht ist keine Veranstaltung, sondern eine Haltung.“

Und wenn Mario Böhler sagt, „Fasnacht ist identitäts-stiftend für Konstanz“ und Martin Tschaki „Liebe Konstanzer Fasnacht, Dein ist unser aller Herz“, meinen sie das Gleiche wie Andreas Kaltenbach, der in seinem Abschieds-Video zusammenfasst: „Fasnacht ist etwas ganz Besonderes, sie ist Identität, sie ist Heimat, sie ist ein Herzensgefühl, was uns alle bewegt.“

’s goht degege!

Unsere Fasnachtsnachlese 2020

„Der Unterschied zwischen einem Märchen und de Tulegass?
Im Märchen wird der Prinz verwandelt, in de Tulegass die Wand verprinzelt.“

So ließ sich die „Fischerin vom Bodensee“ vernehmen, als sie mit ihren Gefolgsleuten die „Amts-Fische“ aus dem Rathaus angelte.

Überhaupt war diese Fasnacht „märchenhaft“ – und zwar vom warmen Frühlingswetter abgesehen!
Da tummelten sich Froschkönige und Prinzen mit und ohne Brunnen, aber stets mit individueller goldener Kugel….
Schneewittchen gab es, Königinnen, Zwerge, Prinzessinnen mit und ohne Erbse sowie so manche Figuren, die direkt aus „Alice im Wunderland“ entsprungen schienen.

Ansonsten war das Thema wohl in diesem Jahr die „Zwei-Teilung“
(Zitat eines in Konschdanz bekannten „Bergsteigers“: „Die eine saget so, die andere saget so…“)

Da standen sich also Märchen und Wahrheit gegenüber, Schorle und „Zäpfle“,
Häser, die den Fasnachtsbecher umhängen hatten und welche, denen das nicht gefiel.
Ein Teil der närrischen und ein Teil der nicht-närrischen Bevölkerung war dagegen,
dass die „berüchtigten“ Lieder gesungen werden – ein Teil war dafür…
Ein Teil fand den Sonntagsumzug mit über hundert Gruppen zu lang – ein anderer Teil fand ihn so gut.
Die einen kamen mit Ziegen, die Anderen mit Riesen-Diesel….
Manche sahen an Fasnacht ein Diskriminierungsproblem – Manche nicht.
Die Einen fuhren nach Freudental – die Anderen feierten den Fasnachtsmontag in Konschdanz
(wenn auch leider diesmal ohne die gelb-roten „Bluebirds“).
Es gab die Narren (m/w/d), die krank waren oder wurden – und die, die gesund blieben.
Die, die den Text von „Niederbürgler Herzen“ beherrschten – und die, die ihn noch nicht konnten.
Die, die sich morgens aus dem Bett quälten – und die, die lieber später auftauchten und dann besser plaudern konnten…
Das Wetter war so toll, dass es fast zu warm war im Häs – aber am Dienstag weinte der Himmel mit …

Es gab also ausreichend Gesprächsstoff – und das mit nicht nur nicht kalten, sondern warmen Füßen.
Wir haben es wieder sehr genossen, Zeit mit Fenschderguggern, Jokelen, FischerInnen, Meckis, Nebelhexen, Harlekins, Blätz, Münsterhexen, Klepperlen, Waldwichteln, Trollen, der einen oder anderen Märchenfigur und vielen anderen bunten Gestalten zu verbringen.

Zudem war es toll, die „Kiss-Frontfrau“ persönlich kennengelernt zu haben! Hoffentlich geht die bekannte Band nächstes Jahr wieder auf Tournee und plant einen Auftritt in Konschdanz.

Ein Thema, über das – wahrscheinlich wegen allgemeiner „Einigkeit“ – nicht wirklich diskutiert wurde, ist dafür von einer Häs-Gruppe aufgegriffen worden: „Miss Kassen-Bon“…

Dazu noch das Wiztle von Rainer Vollmer:
„Neulich bekam ich beim Bäcker keinen Kassenzettel. Wahrscheinlich war’s ein Schwarzbrot“…

In diesem Sinne:
’s goht degege! Wir sortieren jetzt unsere Bonbon-Bons (frei nach Jürgen Greis)…

Unsere Fasnachtsnachlese 2019

„Das war die schönste Fasnacht seit 30 Jahren“ – lesen wir pünktlich am Aschermittwoch in der Konschdanzer Presse. Und wenn das einer weiß, dann „bbr“…
Er weiß auch, welche Lieder man nicht singen sollte und welchen zeitlichen Rahmen Bunte Abende höchstens haben dürfen…
Weiß er auch, welche Häser man nicht tragen und wie viele Toiletten es geben sollte?
Wenn ja, haben wir seine Vorgaben dazu verpasst …

Wir jedenfalls fanden die Fasnacht wieder einmal toll und das Wetter war ein Traum (jaa .. dann mal der Wind .. aber: ey!)

Die „Lumpe-Kapelle“ – Niederbürgler als Lappen 😀 – hat das Rathaus ent-thront, wir haben fluoreszierende Eisflocken bekommen und beim Narrenbaumsetzen ein echtes, frisch geknipstes „Polaroid“-Foto – siehe unsere Bildergalerie… 🙂

Am Narrenmarkt wurde das „Biene-Jokele“ als künftige, private Stockträgerin rekrutiert … roter Teppich … Fächer … Getränkebeschaffung … der Arbeitsvertrag befindet sich noch in der „Mache“ 😉

Nachdem wir am Sonntag bei frühlingshaften Temperaturen als Nummer 0,5 gerannt sind, wurden wir wieder mal von Nummer 1,5 mit Bier versorgt, so dass wir für die noch folgenden 101 Gruppen gewappnet waren 😉

Das allerkleinste Klepperle kam am Montag in der Mecki-Kappe daher und verzauberte einfach alle 🙂

Kaum waren die Tränen nach der klasse (!!!) Performance des Konfetti-Liedes getrocknet, gab es die neue Mecki-Ode an unsere geliebte Stadt: den (von den Hofpetern mit freundlicher Genehmigung „geliehenen“) Konstancia-Song.
Der Text findet sich übrigens – charmant von einer Mecki präsentiert – in unserer Bildergalerie 🙂

Wirklich kreative Kärrele, super spielende FZ-Büeble und Mädle und viele kleine, gut gelaunte Mäschgerle (darunter die süße Werwölfin) haben wir am Dienstag angetroffen.

Der Münster-Hexen-Meister berichtete abends im Pfalzgarten von der gebührenden Sitte und Ordnung, mit der am Freitag der Umzug in Petershausen abgelaufen war 😉
Dann entschwand er – ebenso wie die Gasse-Hauer 🙁

’s goht degege!

Unsere Fasnachtsnachlese 2018

An unserer sechzehnten Gasse-Hauer-Fasnacht gab es mal wieder einen neuen Mini-Mecki.
Wir haben ihn nur schön eingekuschelt und mit „Igel-Kopf“ gesehen – aber von einem Südkurier-Foto wissen wir, dass der Kleine von Kopf bis Fuß stilgerecht eingekleidet war.
Das Fasnachtsfieber ist da sicherlich bereits gesät…

Stichwort Fieber: auch wenn „Drea-Mecki“ – wie so Viele in diesem Jahr – gesundheitlich angeschlagen war, so hat sie doch – dank vorbildlicher Stimmpflege – das bezaubernde Konfetti-Lied am Montag auf die Bühne bringen und damit ein ganz anderes Fieber in den Mittelpunkt stellen können.

(„Man kanns it erklärn, was auf einmal passiert
Da isch plötzlich was da, was sie alle berührt
Und auch mit m Verstand isch des it zu erklärn
Dass so viele Leut wie man sagt narrisch wern
Es isch au it wichtig, dass der Mensch weiss warum
Es isch halt e Fieber, des goht um und um
Es hont sich so viele schon neu angesteckt
Und e Mittel degege hot no konner entdeckt“)

Wir haben an dieser Fasnacht grippetechnisch unser Soll für die kommenden 16 Jahre erfüllt – und so hoffen wir, dass wir all jene Begegnungen, die diesmal nicht zustande gekommen sind, ab dem nächsten Jahr nachholen können. Wir waren zwar stets zu mindestens 50 Prozent uff de Gass, aber wohl insgesamt etwas eingeschränkt.
So kamen beispielsweise die Jokele (allen voran die „Mozart-Jokele“) und die Fenschdergugger zu kurz.

Noch schlimmer als uns hat es unseren zweiten „Bühnenliebling“ erwischt,
der wegen einer Lungenentzündung seinen „Bruder“ Michael ganz alleine singen lassen musste … Dieser zeigte sich gewohnt nonchalant und stimmgewaltig – ein echter Indianer kennt halt keinen Schmerz …

Das gilt auch für eine echte Nebelhexe, die tapfer die gesamte Fasnacht im Rollstuhl verbracht hat, weil sie kurz davor „dumm gelaufen“ war.

Die Verjüngung der Fasnacht leben die Konstanzer Werwölfe:
sie „stellen“ das jüngste Mäschgerle, das flüssig „Narro, narro siebo si“ aufsagen kann und der Alpha-Wolf zeichnet sich für die Programmierung der in diesem Jahr neu herausgekommenen Fasnachts-App verantwortlich.

’s goht degege!

Unsere Fasnachtsnachlese 2017

Schöön wars. Vor allem das Wetter. Fast schon zu warm…
Vereinzelt wurde darüber nachgedacht, für die Zukunft ein Sommerhäs zu entwerfen 😉
Während der Goschete allerdings kam ein stürmischer Prasselregen – die Narren sind recht schnell auseinandergegangen, was auf Kosten so manch netten Vor-Beerdigungs-Gespräches ging 🙁
Nach einer frühlingshaften Fasnacht war es dann mit den Verbrennungen wieder einmal schwer…
Manche wurden abgesagt – und so werden womöglich 2018 noch „Leichen“ von 2015 dran glauben müssen 😀

Ansonsten war Vieles wie immer, aaaber…

… in diesem Jahr gab es einige besonders bewegende Aspekte 🙂

Ergreifend war Yasin’s „featuring“ von „Konstanzer Fasnacht“,
das wir nicht müde wurden, zu hören – und dabei stets ein paar Tränchen verdrückt haben…

Ebenso rührend, weil so treffend: Der offene Brief der Konstanzer Werwölfe an Yasin.

An der Stelle nicht zu vergessen: das süüüße kleine Werwölfchen, das unser Herz in diesem Jahr erfreut hat: Narresome erster Klasse 🙂

Tränchen verdrücken mussten wir auch beim neuen Song der Meckis – sie haben ihn von Nick Benjamin adaptiert (Auftritt 2015 bei den Mombacher Bohnebeitel), in „hiesige Sprache übersetzt“ und in einem wunderbaren „Damensolo“ präsentiert 🙂

Liedtext (Mecki-Version):

Konfetti

Einmal im Jahr, wenn man hibbelig wird
Einmal im Jahr, wenns einem kribbelig wird
Da tauscht man sein Kleid und man tauscht sein Gesicht
Und wer da dahinter steckt sieht man dann nicht
Man träumt nicht sein Leben jetzt lebt man sein Traum
Und war dann am Ende auch alles nur Schaum
Des nimmt man in Kauf und sagt einmal im Jahr
Da will man des sein was man immer schon war

Und wenn des Konfetti die Farbe verliert
Und wenn dich e Luftschlang zu nint me verführt
Isch dann auch noch Asche auf alles gestreut
Dann werden aus Narren wieder einfache Leut
Die gehen zurück in ihr Leben ganz brav
Und denken, die Fasnacht, die hat doch nur Schlaf

Die Gass die isch voll und die Bändel sind bunt
Und da in der Niederburg gohts wieder rund
Da schunkelt und schaukelts grad wie uf em Schiff
Die Fasnacht hat alle, hat alles im Griff
Da gibts au kein Rettungsboot und keinen Ring
Es macht jeder mit, jeder macht da sei Ding
Es isch wie ein Strudel der alles verschlingt
Nur dass in dem Strudel so mancher noch singt:

Und wenn des Konfetti …

Man kanns it erklärn, was auf einmal passiert
Da isch plötzlich was da, was sie alle berührt
Und auch mit m Verstand isch des it zu erklärn
Dass so viele Leut wie man sagt narrisch wern
Es isch au it wichtig, dass der Mensch weiss warum
Es isch halt e Fieber, des goht um und um
Es hont sich so viele schon neu angesteckt
Und e Mittel degege hot no konner entdeckt

Und wenn des Konfetti …

’s goht degege!

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